Ostern und das Ei: Wie viele Eier sind tatsächlich noch gesund?

Ostern und das Ei: Wie viele Eier sind tatsächlich noch gesund?

Ostern steht vor der Tür! Die Fastenzeit endet und gerade jetzt an Ostern wollen wir endlich wieder so richtig schlemmen. Auf gar keinen Fall fehlen darf dabei das traditionelle Osterei. Eier gelten aber allgemein als Cholesterinbomben und werden im Zusammenhang mit gesunder Ernährung häufig in Frage gestellt. Doch keine Sorge, denn so schlecht steht das Ei gar nicht da. Wir wollen in diesem Beitrag klären, woher das Osterei eigentlich kommt, wie viele Eier tatsächlich noch gesund sind und worauf ihr beim Kauf von Eiern unbedingt achten solltet.

Ostern und der erhöhte Konsum von Eiern: Woher kommt dieser Brauch?

Gefärbte Eier sind an Ostern nicht wegzudenken. Sie bringen eine buntfröhliche Atmosphäre auf den Ostertisch und schmecken dazu noch sehr lecker. Dabei hat das Osterei eine sehr lange Tradition. Bereits in den antiken Religionen  war das Ei ein Symbol für Fruchtbarkeit und Wiedergeburt und wurde in speziellen Kulturen sogar als Ursprung des Menschen angesehen. Das Christentum hat den Brauch der Ostereier schließlich weiterentwickelt. Hier steht das Ei für die Auferstehung Jesu sowie für dessen jungfräuliche Geburt. Anfang des 10. Jahrhunderts machten es sich die Christen dann zur festen Tradition, sich zu Ostern gegenseitig Eier zu schenken. Das klassische Osterei schenkte man sich traditionell am Ostermorgen als Symbol der Auferstehung. Es war zur längeren Haltbarkeit gekocht und rot gefärbt, was als Zeichen für das Grab Jesu stand.

Bei uns in Deutschland berichtete man erstmals im 13. Jahrhundert von gefärbten Eiern. Da der Konsum von Eiern während der Fastenzeit – ebenso wie Fleisch – verboten war, stieg die Freude und somit der Verzehr von Eiern mit Ende der Fastenzeit an Ostern deutlich an. Das Eier essen an Ostern hatte aber auch einen sehr praktischen Grund: In ihrer natürlichen Umgebung machen Hühner im Winter eine Legepause. Im Frühjahr zur Osterzeit starten sie dann mit einer Überproduktion, was den Christen nach ihrer Fastenzeit gerade Recht kam. Seither kommen zu Ostern bis heute die Eier in den unterschiedlichsten Variationen zu Tisch. Damit steigt auch der allgemeine Eierverbrauch an Ostern deutlich an, was die Produktion erst einmal auffangen muss. Der durchschnittliche monatliche pro-Kopf-Konsum von Eiern liegt bei etwa 8-9 Eiern. Im Ostermonat steigt dieser auf etwa 11-12 Eier an!

Eierkonsum in Deutschland
Eier sind in Deutschland beliebt – nicht nur an Ostern! 2019 wurden in Deutschland pro Kopf 236 Eier verzehrt. Seit 2006 ist der durchschnittliche Eierverbrauch pro Kopf um 27 Eier gestiegen.

Cholesterin in Eiern: Wie viele Eier können wir unbedenklich verzehren?

Eier haben sehr oft einen schlechten Ruf: Cholesterin, Dioxin, Kalorien und dazu kommen noch die Salmonellen-Skandale. Gerade beim Cholesterin handelt es sich um einen Stoff, der in größeren Mengen im Blut das Risiko für verkalkte Arterien und damit auch für Herzinfarkte erhöht. Das ist der Grund, warum uns auch geraten wird, einen hohen Eierkonsum zu vermeiden. Dennoch sollten wir uns keine Sorgen machen, denn ganz so schlecht sind Eier dann doch nicht für uns. Grund dafür ist der gut ausgeklügelte menschliche Stoffwechsel. Dieser sorgt bei gesunden Menschen dafür, dass sich der Cholesteringehalt im Gleichgewicht hält. Somit hat das Cholesterin aus Eiern nur einen sehr geringen Einfluss darauf, wie viel davon in unserem Blut tatsächlich zirkuliert. Vielmehr enthält Cholesterin überlebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe sowie hochwertiges Eiweiß.

Insgesamt nimmt der Körper auch nur die Hälfte des Cholesterins aus den Eiern auf, da der Großteil vom Körper selbst produziert wird, um den regelmäßigen Nachschub in Schach zu halten. Dieser und auch noch weitere Mechanismen schützen also den Körper vor einer Überdosis Cholesterin aus der Nahrung. Insgesamt stammt nur etwa ein Drittel unseres Cholesteringehalts aus der zusätzlichen Nahrungsaufnahme. Hierzu zählen aber nicht nur Eier, sondern auch Milchprodukte sowie Fleisch und Wurst durch ihre stark gesättigten Fette. Gesunde Menschen brauchen sich also nicht vor Eiern fürchten. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt dabei einen wöchentlichen Konsum von zwei bis drei Eiern.

Fakt ist aber auch, dass vor allem Menschen mit einem ohnehin erhöhten Cholesterinspiegel (u. a. Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion) sehr vorsichtig mit dem Eierkonsum sein sollten, da sie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen mitbringen. Alle anderen können jedoch sehr unbedenklich Eier essen und auch an Ostern mehrmals täglich zum geliebten Osterei greifen. Habt also kein schlechtes Gewissen und lasst es euch schmecken!

Ei ist nicht gleich Ei: Worauf solltet ihr beim Kauf von Eiern achten?

Wir von Flexitastisch legen einen großen Wert auf nachhaltige und qualitativ hochwertige Lebensmittel – so auch bei Eiern, denn Ei ist nicht gleich Ei. Daher geben wir euch ein paar Tipps, worauf ihr beim Einkauf von Eiern achten solltet und wie ihr Eier auf ihre Frische prüfen könnt.

1. Woran erkenne ich Bio-Eier?

Habt ihr euch schon immer mal gefragt, wofür der aufgedruckte Zahlen-Code auf den Eiern steht? Genau diese gibt euch viele wertvolle Hinweise. Wenn es um die Haltungsform der Hühner geht, solltet ihr immer auf die erste Zahl achten. Lautet diese erste Zahl „0“, dann stammen die Eier von Bio-Hühnern aus ökologischer Haltung. Die Zahl „1“ steht für Freilandhaltung und die Zahl „2“ für Bodenhaltung. Letztere sind auch gleichzeitig die preisgünstigsten Eier. Bitte verzichtet darauf, denn hier leben die Hühner ausschließlich im Stall und sehen nie einen freien Himmel. Bio-Eier hingegen sind immer unbedenklich und auch zu 100 % frei von Gentechnik. Gerade die großen Bio-Verbände, wie z. B. Demeter haben hierbei die höchsten Standards in Sachen Tierwohl. Dann gibt es noch die Zahl “3“, über die wir erst gar nicht sprechen wollen. Denn diese steht für Käfighaltung. Diese Form der Haltung ist seit dem 01. Januar 2019 innerhalb der EU ohnehin kraft Gesetzes verboten. Seht ihr auf Eiern aber dennoch eine „3“, dann heißt es genauso oder sogar noch vielmehr als bei einer „2“: Finger weg!!!

2. Woran erkenne ich, woher das Ei kommt?

Neben der Zahl findet ihr außerdem ein Buchstabenkürzel auf den Eiern. Dieses kennzeichnet die Herkunft der Eier. So steht z. B. „DE“ für Deutschland  „AT“ für Österreich oder „NL“ für die Niederlande. Achtet hierbei also darauf, immer Eier mit „DE“ zu kaufen.

Die beiden Zahlen, die auf das Buchstabenkürzel folgen geben zusätzlich das Bundesland an, in dem das Ei gelegt wurde. Da es insgesamt 16 Bundesländer in Deutschland gibt, starten die Zahlen bei „01“ und enden mit „16“. Die „01“ steht beispielsweise für Schleswig-Holstein, die „08“ für Baden-Württemberg und die „09“ für Bayern.

Code auf Hühnereiern
Hier seht ihr eine Übersicht, was der Eier-Code genau bedeutet und worauf ihr beim Eierkauf achten solltet.

3. Wie kann ich prüfen, wie frisch das Ei ist?

Zum einen könnt ihr auch hier wieder auf die Kennzeichnung achten. Gerade Bio-Eier haben hohe Standards und sind daher auch immer frisch. Zum anderen gibt es eine „Käfigfrei-Kampagne“ von der Albert Schweizer Stiftung. Gerade bei verarbeiteten Eiern ist es oft nicht direkt sichtbar, welche Eier eingesetzt wurden. Hier gibt die Albert Schweizer Stiftung Aufschluss darüber, welche Branchen und Firmen die Verwendung von Käfigeiern bereits aufgegeben haben. Klickt euch einfach mal durch!

Zudem könnt ihr den klassischen Eiertest im Wasserglas machen. Füllt dabei ein Glas mit Wasser und legt das Ei ganz langsam in das Glas. Bleibt das Ei am Boden liegen, dann ist es noch frisch! Bleibt es am Boden und stellt es sich etwas auf, dann ist es zwar noch frisch, sollte aber zeitnah verzehrt werden. Schwimmt das Ei oben, ist es verdorben und ihr solltet es direkt entsorgen.

Wenn ihr das Ei jedoch direkt beim Kauf im Supermarkt auf seine Frische testen wollt, dann bleibt euch nur noch der „Schütteltest“. Schüttelt dabei das Ei dicht neben eurem Ohr. Wenn ihr so gut wie kein Geräusch hört, dann ist es frisch. „Schlackert“ oder „gluckst“ es hingegen, dann ist es nicht mehr frisch!

Um euch vor Salmonellen zu schützen, solltet ihr die gekauften Eier immer direkt in den Kühlschrank legen, da sich Salmonellen bei Raumtemperatur ausbreiten. Auch durch das Durcherhitzen wird die Salmonellengefahr beseitigt. Kocht das Ei hierbei für 10 Minuten bei einer Temperatur von mindestens 70 Grad.

Ganz wichtig: Bitte kauft keine bereits gefärbten Eier ein. Da diese zu den verarbeiteten Lebensmitteln gehören, muss auch der Zahlen-Code nicht ausgewiesen werden. Ihr erkennt also nicht, woher das Ei kommt. Kauft eure Eier daher ungefärbt ein und färbt sie zuhause selbst. Lebensmittelfarbe ist nicht allzu teuer und ihr habt noch Spaß beim einfärben oder gestalten!

So jetzt haben wir sehr viel über Eier gesprochen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der erhöhte Eierkonsum  gerade an Ostern für gesunde Menschen unbedenklich ist. Wichtig für das Tierwohl, für die Umwelt und für die Nachhaltigkeit ist, dass ihr besonders auf den Zahlencode auf den Eiern achtet. Die erste Zahl sollte unbedingt eine „0“ oder maximal noch eine „1“ sein. Kaufe zudem Eier nur mit der Kennzeichnung „DE“ und achte für einen regionalen Konsum auch auf die Zahl für dein Bundesland. Danach solltest du nur noch prüfen, ob das Ei tatsächlich noch frisch ist, dann steht dem Schlemmen der Ostereier nichts mehr im Wege!

Beitrag teilen!

Schreibe einen Kommentar